Travel: Eine Hundeschlittentour durch das Lappland von Finnland

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Eine Woche, Lappland, -20 Grad, Alaskan Huskies und ich. Ich wollte ein Abenteuer und habe es definitiv bekommen: Im Januar habe ich meine erste Reise allein angetreten und eine Woche in der finnischen „Wildnis“verbracht. 

Es war schon lange ein Traum von mir mal eine Hundeschlitten-Tour durch das Lappland zu machen. Eins mit der Natur sein, viel Zeit mit den Hunden zu verbringen und neue Leute kennen lernen. Anfang des Jahres habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt und mir diesen Wunsch endlich erfüllt. Das Abenteuer begann in der finnischen Hauptstadt Helsinki, wo ich 2 Tage mit Sight-Seeing, langen Spaziergängen und super essen verbracht habe. Danach ging es aber auch schon wieder zum Flughafen. Mit einer kleinen Maschine flog ich in den wirklich sehr hohen Norden, nämlich nach Kittilä. Dort traf ich auf Marku, den Besitzer der Huskey-Farm und den anderen Mitreisenden. Mit einer New Yorkerin, 2 Briten und 4 Belgiern waren wir eine internationale Runde – ziemlich cool, denn so war ich endlich mal wieder gezwungen Englisch zu sprechen.

 

Von Kittilä ging es über Levi noch weiter in den Norden. Das Camp der Huskey-Farm befindet sich am Rande des Pallas National Parks und kann wohl an Einsamkeit und Idylle kaum übertroffen werden. Die Unterkunft ist direkt an einem grossen See gelegen (der im Winter natürlich Eis- und Schneebedeckt ist) und wer jetzt Luxus und Wellness erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Die Unterkunft teilt sich nämlich in verschiedene Hütten auf (eine Schlafhütte mit 8 Betten, eine Küchenhütte, eine Sauna und einem Klohäuschen – natürlich ein Plumpsklo) und hat weder Strom noch Wasser. Handy aufladen geht nur in der Küche. Die Zähne werden draussen mit geschmolzenen Schnee geputzt und geduscht wird in der Sauna. Das Wasser zum kochen und zum Duschen (oder besser Eimer über den Kopf schütten) holt man sich aus einem Eisloch am See. Ja, ich habe euch ja gesagt – es war ein Abentuer. Viel mehr hat mich aber überrascht, dass es mir überhaupt nichts ausgemacht hat nachts bei einem Schneesturm raus zu gehen und Pippi zu machen, meine Haare nicht föhnen zu können oder sonstige Annehmlichkeiten des Alltags zu geniessen.

Das wirkliche Abenteuer begann natürlich erst am nächsten Tag. Nach einem finnischen Frühstück (alles frisch gemacht und selber zubereitet!) ging es endlich zu den Hunden. Wir bekamen einen Hundeschlitten-Crashkurs und unsere Schlitten und Hunde zugewiesen. Die wichtigste Regel überhaupt? Niemals den Schlitten los lassen. Wirklich niemals! Die Hunde haben nämlich auch ohne euch Spass durch die Wälder zu düsen. Mein Team bestand aus insgesamt 4 Huskies: Oreo, Otto, Chocolate und Yriana ein eingespieltes Team mit unglaublicher Kraft!

Insgesamt verbrachten wir 3 eiskalte, aber sonnige Tage auf den Trails im Pallas National Park und legten ca. 90km zurück. Neben kurvigen Waldwegen und teilweise auch steilen Bergen, sind wir teilweise sogar über gefrorene Seen mit den Schlitten gefahren. Zur Stärkung gab es mittags ein kleines Lagerfeuer, wo wir Würstchen mit einem Stock grillten, heissen Tee tranken und tolle Gespräche führten. Nach unserer Ankunft im Camp gab es hausgemachte Suppe und Kuchen. Nachdem wir uns in der Sauna wieder aufgewärmt hatten, gab es unglaublich gutes Abendessen. Unter anderem haben wir selbst gefischten Lachs auf offener Flamme mit Kartoffeln und Dip und natürlich Preiselbeermarmelade gemacht oder natürlich auch Hackbällchen und andere finnische Leckerein aus der Region <3. Aufräumen, spülen und Feuer holen waren gemeinschaftliche Aufgaben und wurden jeden Abend erledigt, bevor wir uns in gemütlicher Runde vor das Lagerfeuer setzen und auf die Nordlichter warteten.

Tatsächlich hatten wir mit den Nordlichtern irres Glück. Von den 5 Tagen haben wir insgesamt 3 Mal Nordlichter sehen können. Mal stärker, mal schwächer, mal tanzend, mal still. Egal wie, es war jedes Mal aufs neue unglaublich schön und surreal. Natürlich haben wir versucht das Spektakel mit der Kamera einzufangen, was uns auch ziemlich gut gelungen ist. Leider war es aber nicht möglich auch Videos von den tanzenden Lichtern zu machen. Ich kann euch aber sowieso nur empfehlen, sie einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Man glaubt einfach nicht wie wahnsinnig das alles ist, bis man sie selber einmal gesehen hat.

Die Woche in Lappland ging viel zu schnell vorbei und das erste Mal seit langer Zeit war ich wirklich unglaublich traurig, dass ein Urlaub vorbei war. Ich wollte wirklich nicht diese heile, kleine Welt verlassen. Noch heute (3 Monate später) schwelge ich fast täglich in Erinnerungen. Es war wirklich eine tolle Zeit. Ich durfte wunderbare Menschen kennen lernen, viel Zeit mit den Hunden und der Wildnis verbringen und mal ein paar Tage komplett offline sein. So ein digitaler Detox tut manchmal dann doch ziemlich gut. Es wird wohl nicht meine letzte Hundeschlitten-Tour gewesen sein!


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